Ohne Geheimsprache zum
CeBIT-Erfolg
Viele
Firmen wären auf der CeBIT noch erfolgreicher – wenn IT-Experten
und Einkäufer nicht aneinander vorbeireden würden. „Techniker
sprechen eine Geheimsprache“, sagt der Medientrainer und
IT-Journalist Tim Cole – und bringt ihnen im CeBIT-Coaching bei,
ihre Produkte verständlicher zu präsentieren.
Herr Cole, können IT-Experten kein Deutsch?
Cole: Doch natürlich! Aber sie reden in einer Art
Geheimcode: voller Anglizismen und Abkürzungen. Viele Einkäufer,
gerade von Mittelständlern, verstehen den nicht und fühlen sich
blamiert: Sie müssen sich quasi outen, nicht folgen zu können.
Wie geht es besser?
Ich treibe
dem Standpersonal das Fachchinesisch aus. Nein, im Ernst: Ich
versuche ihm beizubringen, vorraussetzungsfrei über die Exponate zu
sprechen und dabei immer im Hinterkopf zu haben: Die Einkäufer
interessieren sich nicht für das letzte technische Detail. Sie
interessiert nur: Was nützt es meiner Firma?
Wie gehen Sie dabei vor?
Ich
vermittele Techniken der Rhetorik, Gesprächsführung und Körpersprache
und trainiere in Rollenspielen, auch im größten Messestress
logisch, glaubwürdig und eben verständlich zu kommunizieren. Im
Mittelpunkt stehen dabei gemeinsam erarbeitete Verkaufs- und
Nutzenargumente, die der Kunde auch versteht und die ihn für das
Produkt gewinnen. Diese Kernaussagen trainieren wir wie Mantras –
auf keinen Fall dürfen sie wie auswendig gelernt klingen!
Ist das umgekehrt für hochspezialisierte IT-Experten nicht blamabel,
dass ihr Arbeitgeber sie in Ihren Kurs schickt?
Im
Gegenteil, viele würden ja liebend gern ihr Komplexes Know How
einfach vermitteln – es hat ihnen nur niemand beigebracht. Mein
Job ist es, die Botschaft für das Verkaufsgespräch aus dem
Fachwissen-Dickicht zu lösen. Das ist wie die Arbeit eines
Bildhauers: Die Figur ist schon im Stein, aber das überflüssige
Material drum herum muss noch weg.
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